Glossar

A

Anchor Partner (Ankerpartner*in)

Eine Person, mit der eine besonders starke emotionale Bindung besteht – unabhängig von Hierarchien. Der Begriff wird oft in hierarchiefreien Beziehungsmodellen verwendet.

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B

Beziehungsanarchie

Ein Ansatz, bei dem alle zwischenmenschlichen Beziehungen gleichwertig und ohne festgelegte Kategorien oder Hierarchien gestaltet werden. Entscheidungen basieren auf individuellen Bedürfnissen, nicht auf gesellschaftlichen Normen oder Labels.

Beziehungshierarchie

Ein Modell, bei dem Beziehungen klar priorisiert werden – z. B. in „primäre“, „sekundäre“ oder „tertiäre“ Beziehungen. Diese Struktur beeinflusst oft Zeitverteilung, Entscheidungsbefugnisse und gemeinsame Lebensgestaltung.

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C

Compersion

Die Freude darüber, dass eine geliebte Person positive Erfahrungen mit jemand anderem macht – das Gegenteil von Eifersucht. Compersion bedeutet nicht, dass keine Eifersucht empfunden wird, sondern dass auch Raum für Mitfreude besteht.

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D

Don’t ask, don’t tell (DADT)

Ein Beziehungsabkommen, bei dem eine oder beide Personen sexuelle/romantische Kontakte außerhalb der Beziehung haben, darüber aber nicht sprechen. Wird teils genutzt, um emotionale Überforderung zu vermeiden, ist jedoch in ENM-Kontexten umstritten.

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E

Eifersucht

Ein Gefühl, das entsteht, wenn man Angst hat, eine geliebte Person zu verlieren oder ersetzt zu werden. In ENM wird Eifersucht oft als Signal verstanden, um Bedürfnisse zu erkennen und bewusst damit umzugehen.

Ethische Nicht-Monogamie (ENM)

Ein Überbegriff für alle einvernehmlichen Beziehungsformen außerhalb der exklusiven Zweierbeziehung, bei denen Offenheit, Ehrlichkeit und Konsens im Zentrum stehen.

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F

Fear of Missing Out (FOMO)

Die Angst, etwas zu verpassen – z. B. wenn Partnerpersonen ohne einen selbst schöne Erfahrungen machen. In ENM kann FOMO zu Unsicherheiten führen, aber auch als Anstoß dienen, eigene Bedürfnisse besser kennenzulernen.

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G

Grenzen

Individuelle Grenzen zu kennen ist essenziell für gesunde Beziehungen. Grenzen schützen persönliche Bedürfnisse und definieren, was sich sicher und stimmig anfühlt. Klar kommunizierte Grenzen fördern Vertrauen und Respekt im Miteinander.

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H

Hierarchielose Beziehung

Ein Beziehungsmodell ohne festgelegte Prioritätsstufen; alle Beziehungen sind individuell gestaltet. Entscheidungen werden situativ und auf Augenhöhe getroffen.

Hinge Person (Schanierperson)

Die Person in einer V-Beziehung, die mit zwei Partnerpersonen verbunden ist, die untereinander keine Beziehung führen – sie bildet sozusagen das „Scharnier“ zwischen ihren Metamours. Mit dieser Rolle geht oft besondere Verantwortung einher, etwa für transparente Kommunikation, faire Zeitverteilung und einen achtsamen Umgang mit den Bedürfnissen aller Beteiligten.

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I

Intimität

Nähe, Vertrauen und emotionale oder körperliche Verbundenheit zwischen Menschen. In ENM kann Intimität in verschiedensten Konstellationen entstehen – nicht nur in romantischen oder sexuellen Beziehungen.

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J

Jealousy Work (Eifersuchtsarbeit)

Der bewusste Umgang mit Eifersucht, z. B. durch Selbstreflexion, Gespräche oder gezielte Praktiken. Ziel ist es, das Gefühl nicht zu verdrängen, sondern zu verstehen und daraus zu lernen.

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K

Kitchen Table Polyamory (Küchentisch-Polyamorie)

Ein Polyamorie-Stil, bei dem alle Beteiligten sich kennen und ein freundschaftliches Miteinander pflegen – im Idealfall wie an einem Küchentisch. Setzt hohe Kommunikationsbereitschaft und Offenheit voraus.

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L

Liebessprache

Die Art und Weise, wie Menschen Liebe ausdrücken und empfangen – z. B. durch Worte, Taten, Berührungen oder Zeit. In ENM-Kontexten kann das Wissen über unterschiedliche Liebessprachen helfen, Missverständnisse zu vermeiden.

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M

Metamour

Die Partnerperson der eigenen Partnerperson, mit der man selbst keine romantische oder sexuelle Beziehung hat. Die Beziehung zu Metamours kann von neutral bis freundschaftlich oder familiär reichen.

Monogamie

Eine exklusive Beziehungsform mit nur einer romantischen und/oder sexuellen Partnerperson zur gleichen Zeit.

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N

Nesting Partner (Nestpartner*in)

Eine Person, mit der man zusammenlebt – unabhängig davon, ob die Beziehung romantisch, sexuell oder platonisch ist. Nestpartnerschaft beschreibt eine Form des Alltags- und Lebenspartnerschaftsmodells.

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O

Offene Beziehung

Wird oft im Kontext von primär monogamen Partnerschaften verwendet, die gezielt für sexuelle Kontakte mit anderen geöffnet werden. Kann sich aber ebenso auf Partnerschaften beziehen, die auf allen Ebenen (auch auf der romantischen Ebene) geöffnet sind.

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P

Parallel-Polyamorie

Ein Polyamorie-Stil, bei dem die einzelnen Beziehungen voneinander unabhängig bestehen, ohne dass die Metamours engeren Kontakt haben.

Polyamorie

Die Praxis, mehrere Menschen gleichzeitig lieben zu können – offen, einvernehmlich und auf ehrlicher Kommunikation basierend. Emotionale Verbundenheit steht dabei im Fokus.

Primärbeziehung

Eine Beziehung, die innerhalb eines hierarchischen Systems als vorrangig betrachtet wird – z. B. durch gemeinsame Lebensplanung oder langfristige Verbindlichkeit. Die genaue Definition variiert individuell.

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Q

Queerplatonic

Eine tiefe, verbindliche Beziehung, die nicht romantisch oder sexuell sein muss, aber über klassische Freundschaft hinausgeht. Queerplatonische Beziehungen sprengen oft gängige Beziehungskategorien.

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R

Radikale Ehrlichkeit

Ein Konzept, bei dem bewusst auf unehrliche Höflichkeit verzichtet wird, um authentisch zu kommunizieren. In ENM kann radikale Ehrlichkeit helfen, Missverständnisse zu vermeiden, aber auch verletzend sein, wenn sie nicht achtsam angewendet wird.

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S

Sekundärbeziehung

Eine Beziehung, die in einem hierarchischen Modell eine nachgeordnete Rolle spielt – z. B. weniger gemeinsame Zeit oder geringere Einflussnahme auf Lebensentscheidungen. Das bedeutet nicht automatisch weniger emotionale Tiefe.

Solo-Polyamorie

Ein Polyamorie-Stil, bei dem die einzelne Person im Zentrum steht und keine Priorisierung von Beziehungen im Sinne von „Haupt-“ oder „Nebenbeziehungen“ vornimmt. Menschen in solo-polyamoren Lebensstilen wohnen oft alleine und leben sehr autonom.

Spielbeziehung

Eine Beziehung mit erotischem oder BDSM-Fokus, oft ohne romantische oder langfristige Lebensplanung. Spielbeziehungen können sehr verbindlich sein – oder bewusst locker gehalten.

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T

Triade

Eine Beziehungsstruktur, in der drei Personen miteinander romantisch oder sexuell verbunden sind. Die Dynamiken in einer Triade können sehr unterschiedlich sein – gleichwertig oder asymmetrisch.

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U

Unicorn (Einhorn)

Ein meist bi- / pansexueller Mensch, der sich zu einem bestehenden Paar hinzugesellt, meist mit Erwartungen an Exklusivität und Gleichklang. Der Begriff ist oft kritisch konnotiert, da diese Konstellationen häufig unausgewogene Machtverhältnisse aufweisen.

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V

V-Beziehung

Eine Konstellation, in der eine Person zwei Partnerpersonen hat, die untereinander keine Beziehung führen. Diese Struktur wird oft mit dem Buchstaben „V“ dargestellt: Eine Verbindung zweigt sich in zwei Richtungen.

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W

Wellenmodell

Ein Erklärungsmodell für Eifersucht und emotionale Reaktionen in ENM – Gefühle kommen und gehen in Wellen. Das Modell hilft, mit Unsicherheiten gelassener umzugehen.

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Y

Yes Means Yes

Ein Konzept der aktiven Zustimmung in sexuellen und romantischen Kontexten, das über ein bloßes „Nicht-Nein“ hinausgeht. In ENM wird oft Wert auf bewusste, freudvolle Zustimmung gelegt, statt auf implizite Erwartungen.

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Z

Zeitmanagement

In ENM besonders wichtig, da mehrere Beziehungen gepflegt werden. Bewusste Terminplanung, Kommunikation und Absprachen helfen, allen Beteiligten gerecht zu werden – ohne sich selbst zu überfordern.

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